Lexikon
Federkielstickerei
Die Federkielstickerei ist bereits einige Jahrhunderte alt und hat ihren Ursprung im Sarntal in Südtirol, von wo sie sich in andere deutschsprachige Alpengebiete ausbreitete. Der Name dieser Handwerkskunst geht auf ihren Rohstoff zurück, die in Streifen geschnitten Kiele von Pfauenfedern. Mit ihnen wurden kunstvoll Lederhosen oder Leibgurte bestickt, was aus den damaligen Trachten ein Statussymbol machte. Was den Bauern früher als Nebenerwerb diente, ist inzwischen ein anerkannter Lehrberuf. Federkielsticker verzieren heute auch Handtaschen, Geldbörsen, Fotoalben und vieles mehr.
Filz
Man unterscheidet zwischen Walk- und Nadelfilzen. Walkfilze bestehen aus Tierhaaren oder Schafwolle. Durch Druck, Feuchtigkeit, Wärme und Reibung lassen sich die Fasern verfilzen, indem sie sich durch ihre schuppenförmige Oberfläche miteinander verhaken. Durch anschließendes Walken, also weiteres Drücken und Stauchen, entsteht unterschiedlich weicher und harter Filz. Nadelfilze bestehen meist aus synthetischen Fasern, die vernadelt wurden. Mit Widerhaken versehene Nadeln ziehen die Fasern in das Gewirke und verschlingen sie miteinander. Aufgrund seiner vielen guten Produkteigenschaften findet Filz zahlreiche Einsatzgebiete, beispielsweise als Kleidung, zur Wärme- oder Schallisolierung, in Musikinstrumenten, in Autos oder Elektrogeräten.
Flaschengärung
Flaschengärung bezeichnet ein Verfahren zur Herstellung hochwertiger Schaumweine. Hierbei findet die zweite Gärung in der Flasche statt, nachdem dem Sektgrundwein Hefe und Zucker zugeführt und die Glasflasche mit einem Kronkorken verschlossen wurde. Bei der klassischen Flaschengärung wird die Hefe über Wochen hinweg durch manuelles oder maschinelles Abrütteln in den Flaschenhals bewegt und anschließend durch Degorgieren aus der Flasche entfernt. Anders beim Transvasierverfahren, vom französischen Wort transvaser, auf Deutsch umfüllen, abgeleitet. Hierbei werden die Flaschen mittels Gegendruckverfahren entleert, die Hefe durch Filtration entfernt und der Schaumwein in neue Flaschen gefüllt. Auch einige Biersorten, Weißbier beispielsweise, werden in der Flasche gegärt.
Formstecherei
Seit dem Ende des 19. Jahrhundert war die Herstellung der Model, also der Druckstempel für den Blaudruck, Sache der Formstecher. Als Material diente Birnbaumholz, aus dem das Muster mit Stech-, Stemm- oder Putzeisen aus dem Holz geschnitten oder mit Messingstiften und -streifen in das Holz geschlagen wurde. Model wurden über den Blaudruck hinaus auch zum Bedrucken von Tapeten verwendet, was früher für ein breites Einsatzgebiet der Formstecher sorgte. Bis auf wenige Formstechereien ist der Beruf heute allerdings ausgestorben.
Fruchtessig
Aus nahezu jeder Frucht kann Essig produziert werden. Als Grundlage dient vergorener Fruchtsaft, denn Essig entsteht aus Flüssigkeiten, die zuvor einer alkoholischen Gärung unterzogen wurden. Der vorhandene Alkohol wird durch Essigsäurebakterien in Essig umgewandelt. Der bekannteste Fruchtessig ist der Apfelessig, andere gängige Fruchtessigsorten sind Essige aus Himbeeren, Weingartenpfirsichen, Birnen, Marillen, Quitten oder Zwetschgen.

